Am verlängerten Wochenende hatte ich ein wenig Zeit über und leider tendiere ich manchmal dazu, mir aus der Zeit ganz wie in Momo ein Zigarre zu drehen und sie in die Luft zu blasen, oder anders: sinnlos vor der Glotze abzuhängen.
Zunächst habe ich etwas „Starfleet Academy“ geschaut, dann aber „hold my Foster’s“ noch etwas weitaus sinnloseres gefunden. Die Dokumentations-Mini-Serie „Kylie“ auf Netflix war unbestritten das Überflüssigste, was ich in den letzten Jahren gemacht habe. In drei langen und länglichen Teilen führt uns Gegenwarts-Kylie herself durch ihr Popsternchen-Leben. Das ist, soviel kann ich positiv sagen, nur etwas für echte Fans.
Wie kann man alles so rosafarben anmalen? Ich weiß, in der Rückschau tendieren wir dazu, unser Leben zu beschönigen und nur die besten Erinnerungen zu bewahren. Aber nicht Kylie Minogue, sie lässt nichts weg, jedenfalls hat man nicht das Gefühl. Aber alles, alles, alles wird rosa angemalt und mit Sternchenglitter beworfen, so dass auch noch die größte Niederlage zu blitzern beginnt. Kylie und ihre Schwester wollen schon als Kinder Popstar werden, ihre Mutter meldet sie, natürlich nur, damit endlich Ruhe ist, bei einem Agenten an. Da kommt die Diskussion mit den pushy Eltern gar nicht erst auf. Oder wegen ihrer dauernden Abstecher zum Popstar-Leben muss Kylie immer wieder nach London fliegen, und musste deswegen aus der Serie Friends herausgeschrieben werden. Oder der olle schmierige Pete Waterman, der als ihm gekündigt wird nur sagt: jetzt ist sie erwachsen geworden unsere Kylie. Alle haben nur Gutes zu berichten, selbst Berufsbösewicht Nick Cave stößt fröhlich lächelnd in dieses Horn. Und ich hab im allgemeinen kein Mitleid mit Jason Donavan, aber er zeigt die größten Skrupel, das Theater mitzuspielen, fast sympathisch.
tl;dr: Die Dokumentation „Kylie“ zeigt das Leben von Kylie Minogue, wie sie es gern gehabt hätte. Das ist legitim, aber langweilig und strunzdoof.